Wächtersbach. Mit einem gemeinsamen Workshop des Gesamtvorstands hat der 1. Wächtersbacher Carneval-Verein 1961 e.V. (WCV) die Weichen für seine zukünftige Vereinsarbeit gestellt. Gerade im Vorfeld der kommenden Jubiläumskampagne zum 6 × 11-jährigen Bestehen nahm sich der Gesamtvorstand bewusst die Zeit, um auf die kommenden Jahre zu blicken.
Der WCV zählt seit vielen Jahren zu den festen Größen in der Wächtersbacher Vereinswelt und engagiert sich mit großem Einsatz für das fastnachtliche Brauchtum. „Ich denke, dass es dem Verein immer wieder gelungen ist, Tradition und Veränderung miteinander zu verbinden. Formate wie die Karibische Nacht, die Punksitzungen, die WarmUpParty oder der Wächtersbacher Fastnachtsumzug haben Wächtersbach und den WCV weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt gemacht“, so WCV-Sitzungspräsident Nicky Kailing.
Dabei wurden die Fastnachtsprogramme und Veranstaltungsformate immer wieder an den Zeitgeist angepasst. „Dazu gehörte oftmals auch einiges an Mut, alte Wege zu verlassen und etwas Neues auszuprobieren“, so Kailing weiter, der sich noch gut an das „Hallo“ erinnerte, als öffentlich wurde, dass der WCV eine eigene ROSA-Sitzung mit queerem Publikum und Akteuren veranstaltete. Genau dieser Mut sei in der Vergangenheit immer wieder belohnt worden. „Es klingt abgedroschen: Aber wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit.“
Die generationsübergreifende Mitgliederstruktur ist daher eine besondere Stärke des WCV. Vom Kleinkind bis ins hohe Alter engagieren sich Mitglieder aktiv in den verschiedensten Bereichen des Vereins – sei es in den Tanzgruppen, bei den Vor- und Nachbereitungen der Fastnachtsveranstaltungen, beim Thekendienst, bei Vereinsausflügen und Kinderveranstaltungen, beim Freitagsstammtisch, bei der Vermietung des WCV-Casinos und bei dem, was der Verein sonst noch alles über das Jahr auf die Beine stellt.
Der Vorstand freut sich daher besonders, dass der WCV über alle Altersklassen hinweg in den vergangenen Jahren kontinuierlich gewachsen ist. „Jedes Jahr brechen wir aktuell einen neuen Mitgliederrekord und haben seit 2021 einen Mitgliederzuwachs von insgesamt 125 Mitgliedern, was einem Zuwachs von rund 30 Prozent entspricht“, freut sich Thomas Janik, WCV-Schriftführer, der auch für die Mitgliederverwaltung zuständig ist.
Im Workshop hatten Vorstand und Abteilungsleitungen sämtliche Aufgaben und Tätigkeiten des Vereins zusammengetragen. Über 150 einzelne Verantwortlichkeiten und Aufgaben kamen dabei zusammen – von der Organisation der Veranstaltungen über Finanzen, Öffentlichkeitsarbeit und Technik bis hin zu WCV-Casino, Fundus, Dekoration, Campagne-Heft, Nachwuchsarbeit und den internen Verwaltungsaufgaben.
Die Tätigkeiten wurden gebündelt, neu betrachtet und Verantwortungsbereiche hinterfragt. Ziel ist es jetzt, Aufgaben künftig noch klarer zuzuordnen, Wissen auf mehrere Schultern zu verteilen und Strukturen zu schaffen, die auch langfristig funktionieren. Damit soll sichergestellt werden, dass der WCV nicht nur seine Jubiläumskampagne erfolgreich gestaltet, sondern auch in den kommenden Jahrzehnten stark und lebendig bleibt.
Bei allen Überlegungen zur eigenen Zukunft wurde jedoch auch deutlich, dass für diesen Erfolg das große Engagement der Mitglieder nicht allein verantwortlich ist. Der WCV kann sich über alle Vereinsjahre hinweg stets auf die Stadt Wächtersbach und die politischen Entscheidungsträger auf allen Ebenen als närrische Partner verlassen. Besonders schätzt der Verein, dass diese Unterstützung über unterschiedliche Amtszeiten, politische Mehrheiten und Parteigrenzen hinweg Bestand hat.
„Besonders sichtbar wurde diese Unterstützung immer wieder dann, wenn kurzfristig pragmatische Lösungen gefragt waren. Als beispielsweise neue Sicherheitsauflagen zusätzliche Absicherungen für den Fastnachtsumzug erforderlich machten, setzten sich Ordnungsamt und Bürgermeister gemeinsam mit örtlichen Unternehmen dafür ein, dass entsprechende Straßensperren mit Fahrzeugen realisiert werden konnten. Auch als die Deckenabhängungen in der Heinrich-Heldmann-Halle kurz vor der Campagne zum Problem wurden, handelte die Stadt kurzfristig und ließ die Abhängung fachmännisch entfernen, sodass die Session reibungslos durchgeführt werden konnte“, erinnert sich Jürgen Schneider, WCV-Urgestein und Ehrenvorsitzender.
Für den WCV-Vorstand ist dabei klar: Eine solche Partnerschaft ist keine Einbahnstraße, sondern lebt vom Geben und Nehmen. Als beispielsweise die Messe Wächtersbach, Tochtergesellschaft der Stadt, im Vorfeld der vergangenen Messe anfragte, ob der WCV kurzfristig den Getränkestand in Halle 5 übernehmen könne, war es für den Verein selbstverständlich, zu unterstützen. Innerhalb kürzester Zeit gelang es, 109 freiwillige Helferinnen und Helfer zu mobilisieren, die über die neun Messetage hinweg ihren Dienst leisteten und damit einen wichtigen Beitrag zum Gelingen der Veranstaltung erbrachten.
Auch für den Verein selbst hatte dieser Einsatz einen nachhaltigen Effekt: Die daraus erzielten Einnahmen fließen wieder unmittelbar in die Vereinsarbeit, insbesondere in die Kinder- und Jugendarbeit des WCV.
„Für den Vorstand ist genau das ein Beispiel dafür, wie Zusammenarbeit funktionieren kann: Die Stadt unterstützt ihre Vereine, wo sie Unterstützung benötigen – und für uns ist es selbstverständlich, dass wir unterstützen, wenn die Stadt uns braucht. Eine solche Zusammenarbeit ist für einen Verein von unschätzbarem Wert“, betont die 1. Vorsitzende Sandra Schneider-Krienke.
Mit dem Workshop beginnt für den WCV nun die nächste Phase der organisatorischen Weiterentwicklung. Gleichzeitig laufen die Vorbereitungen auf die Jubiläumskampagne bereits auf Hochtouren.
„Wir freuen uns auf 6 × 11 Jahre WCV, auf eine besondere Jubiläumskampagne und vor allem darauf, gemeinsam mit unseren Aktiven, unseren Gästen und allen Gönnern das nächste Kapitel unserer Vereinsgeschichte zu schreiben“, so Sandra Schneider-Krienke. „Unser Anspruch ist klar: Der WCV soll auch in den nächsten 66 Jahren ein Verein bleiben, der Tradition lebt, Neues wagt und Menschen aller Generationen zusammenbringt.“